Absturzsichernde Verglasungen

Pendelschlagversuche werden zum Nachweis der Absturzsicherheit bei uns im Labor, vor Ort in der Einbausituation oder in einer Werkshalle mit einem mobilen Gerät (50 kg Stoßkörper) vorgenommen.

Dabei konnten wir schon eingespannte Glasbrüstungen mit freien Glaskanten und ohne durchgehenden Holm, Scheiben, die im SZR gelagert waren, punktgehaltene Verglasungen aus VSG aus Float und viele andere deutlich von den TRAV abweichende Einbausituationen nachweisen.
Kategorie A
Es handelt sich um Verglasungen, bei denen die Holmlasten als Einwirkungen zu berücksichtigen sind. Dies ist üblicherweise bei raumhohen Verglasungen der Fall.
Die allseitig linienförmig gelagerte Verglasung der Kat. A kurz vor dem Pendelschlagversuch mit einer Fallhöhe von 900 mm.
Vierseitig linienförmig gelagerte Verglasungen können recht dünn ausgebildet werden. Ein Problem stellt jedoch häufig die Außenscheibe aus Floatglas dar. Bei einem Bruch ist die Sicherheit gegenüber herabfallenden Bruchstücken für Passanten unterhalb der Verglasungen nicht gewährleistet.

Ebenso ist unbedingt auf die Ausführung einer zweifachen Folienstärke (0,76 mm PVB) zu achten, da auch dickere Scheibenaufbauten mit nur einfacher Folienstärke durchschlagen werden.

Bei zweiseitig linienförmig gelagerten Verglasungen ist im gebrochenen Zustand das Herausrutschen aus der oberen Lagerung das häufigste Versagenskriterium.
Zweiseitig linienförmig gelagerte Verglasung der Kategorie A. Verformung der Prüfscheibe P1 nach dem Pendelschlag auf eine Auftreffstelle auf den Rand.
Knicke in der Höhe von 1400 und 2700 mm nach weiteren Pendelschlagversuchen.
Große Glaseinstände und besser noch punktförmige Festhaltungen können Abhilfe schaffen. Die maßgebenden Scheibenformate sind hierbei die schmalsten, so dass größere Scheibenbreiten anzustreben sind. In jedem Fall sollten Scheiben aus TVG verwendet werden.
Kategorie B
Es handelt sich um eingespannte Glasbrüstungen mit durchgehendem Handlauf.
Bei der statischen Bemessung ist der Ausfall einer Glastafel zu berücksichtigen; sofern die Kanten ungeschützt sind, wird statisch zur Bemessung des Handlaufs und der Nachbarscheiben der Ausfall der gesamten Verglasung angenommen. Die zulässigen Spannungen der Verglasungen dürfen dabei um 50 % erhöht werden.
Kategorie C

Es handelt sich um Verglasungen, die nicht zur Aufnahme der Holmlasten bestimmt sind.

Die ausfachende Verglasung der Kat. C mit unabhängigem Handlauf für Versuchszwecke beim Auftraggeber aufgebaut.