Horizontalverglasungen

Horizontalverglasungen (auch Überkopfverglasungen genannt) werden in nicht betretbare, betretbare und begehbare Verglasungen unterteilt.

In allen Fällen ist die Tragfähigkeit auch im gebrochenen Zustand nachzuweisen. Die Beschädigung erfolgt dabei:
  • durch Kugelfallversuche (4 kg-Stahlkugel)
  • durch Glaskugelsackfallversuche (50 kg)
  • durch einen Torpedofallversuch (40 kg Stahlzylinder)
Nicht betretbare Horizontalverglasungen
Verglasungen, die auch nicht zu Reinigungs- und/oder Wartungszwecken betreten werden dürfen.
Prüfkörper R2 nach dem Abschluss der Versuchsserie. Die Plattentragwirkung blieb trotz zweiseitiger Lagerung und extremer Seitenverhältnisse erhalten.
Im Gegensatz zu absturzsichernden Verglasungen, wird bei Horizontalverglasungen neben der Stoßsicherheit auch immer die Resttragsicherheit im geschädigten Zustand geprüft. Sofern das Herunterrutschen von der Auflagerung sicher vermieden werden kann, sind sehr dünne Scheibenaufbauten ausreichend. Es wird dabei davon ausgegangen, dass die Scheiben in den Membranzustand über gehen. Auch ein Verbund nur aus Glas und Folie wie bei Solarmodulen kann dann ausreichend sein. Die Verglasung muss dabei entweder sicher am Rand geklemmt werden oder über Lochbohrungen gegenüber dem Herunterrutschen gesichert sein.
Betretbare Überkopfverglasungen
Verglasungen, die zu Reinigungs- und/oder Wartungszwecken betreten werden dürfen.
Prüfscheibe unter einer Flächenlast von (36 x 10 kg), Gummimatten verhindern das Abrutschen der Kiessäcke. Starke Schädigung aller Glastafeln durch Kugelsackfallversuche und Anschlagen mit Hammer und Körner. Unterhalb der Scheibe befinden sich noch lose angebrachte Styroporplatten um das Auskühlen, der auf 50 °C aufgeheizten Scheibe zu verlangsamen.
Häufig ist dabei eine erhöhte Temperatur von 50 °C zu berücksichtigen, die durch Heizmatten aufgebracht wird. Da die Resttragfähigkeit wesentlich von der Schubfestigkeit der Folien abhängt, sollte für Überkopfverglasungen mindestens eine vierfache Folienstärke (1,52 mm) gewählt werden.
Begehbare Verglasungen
Verglasungen, die für die Nutzung üblicher Verkehrslasten vorgesehen sind.

Es sind grundsätzlich Scheibenaufbauten aus mindestens drei Glastafeln vorzusehen, von denen die oberste statisch nicht berücksichtigt wird.
Prüfkörper mit einem Durchmesser von 1,6 m nach dem Torpedofallversuch. Für den Nachweis der Resttragsicherheit sind die Scheiben mit vier Einzellasten à 100 kg sowie dem Stoßkörper von 40 kg belastet.
Sofern der statische Nachweis dies zulässt, können die unteren beiden Glastafeln auch aus Float bestehen, da deren Resttragfähigkeit der von TVG fasst ebenbürtig ist. Ausgenommen davon sind durch Punkt- oder Klemmhalter gelagerte Verglasungen. Das Verhindern gegenüber dem Herabrutschen von der Auflagerung kann auch durch Stifte passieren, die in die Lochbohrungen der unteren beiden Glastafeln greifen.